Projekt VeGi
Arbeiten an den Stationen für die Trinkwasseraufbereitung in Eupen (Vesdre) und Stembert (Gileppe) der Wallonischen Wassergesellschaft um die neuen europäischen Normen für die Wasserqualität zu erfüllen
Hinweis:
2005 hat die Wallonische Wassergesellschaft (SWDE) umfangreiche Arbeiten in Eupen und Stembert begonnen, die im Laufe des Jahres 2009 abgeschlossen werden. Ihr Trinkwasser wird in diesen Stationen aufbereitet.
Insgesamt hat die SWDE knapp 42 Millionen Euro investiert. Diese Arbeiten werden durchgeführt, um die neuen europäischen Normen für die Wasserqualität zu erfüllen. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen kann zu punktuellen Problemen in der Wasserversorgung führen.
Zum Verständnis muss man wissen, dass es generell zwei Arten von Wasserressourcen gibt: Grundwasser und Oberflächenwasser (Seen, Talsperren usw.). Das in Eupen und Stembert aufbereitete Wasser ist Oberflächenwasser.
Die meisten Länder der Erde nutzen Oberflächenwasser. Die Besonderheit von Oberflächenwasser ist, dass sich in der Kanalisation ein Biofilm bildet. Ein Biofilm spiegelt lediglich das natürliche Leben der Ressourcen wider. Es handelt sich um eine normale, vollkommen unschädliche "Flora".
Wozu werden die Arbeiten an den beiden Stationen durchgeführt?
Um die neuen europäischen Normen zu erfüllen, die eine Reduzierung von THM (Trihalomethanen) im Wasser vorschreiben. Der Gehalt muss von 150 auf 100 Mikrogramm/l sinken.
THM sind Chlorverbindungen, die entstehen, wenn organische Stoffe (natürlich im Wasser und Boden der Region vorhandene Bestandteile) im Endstadium des biologischen Abbaus mit dem Chlor reagieren, das zur Wasseraufbereitung erforderlich ist. In sehr hohen Dosen können THM krebserzeugend wirken.
Daher werden an den Stationen Vesdre und Gileppe Arbeiten durchgeführt, um eine technische Lösung zur Reduzierung des THM-Gehalts umzusetzen und damit die neuen Normen zu erfüllen. Bei dieser Lösung handelt es sich um die Nanofiltration. Die Wasseraufbereitung wird dabei durch eine zusätzliche Filterstufe ergänzt. Diese Filterung erfolgt mit sehr feinen Membranen, die man mit Nylonstrümpfen vergleichen kann. Die Nanofiltration ermöglicht ein starkes Senken des Gehalts an Huminstoffen und damit ein Reduzieren der THM-Bildung.
Darüber hinaus verhindert die Nanofiltration die Bildung eines Biofilms in den Leitungen.
Achtung: bei der Inbetriebnahme der neuen Anlagen in den kommenden Wochen kann es zu einer Störung der Wasserversorgung kommen.
Die Inbetriebnahme der Nanofiltration kann vorübergehend das Gleichgewicht der Netze stören und somit zu einem etwaigen Ablösen des Biofilms in der Kanalisation führen. Das Ablösen des Biofilms bewirkt eine Trübung und Einfärbung des Wassers. Die Beeinträchtigungen sind somit punktuell. Der Biofilm ist in keiner Weise gesundheitsschädlich.
Was tun, wenn das Trinkwasser verfärbt und eingetrübt ist?
Wenn Sie Kunde der Wallonischen Wassergesellschaft sind, bitten wir Sie, uns unter der Telefonnummer 087/87 87 88 zu verständigen oder uns eine E-Mail an vesdreambleve@swde.be zu senden. Schildern Sie uns das Problem unter Angabe Ihrer Daten und des Tages, an dem das Problem aufgetreten ist.
Wenn Sie kein Kunde der WWG sind, bitten wir Sie, das Problem bei Ihren kommunalen Behörde unter Angabe der Straße und des Tages, an dem das Problem aufgetreten ist, zu melden.
Schrittweise Inbetriebnahme und begleitender Plan:
Um die Unannehmlichkeiten möglichst gering zu halten, nimmt die WWG die Inbetriebnahme der Nanofiltrationen an den beiden Aufbereitungsstationen schrittweise vor.
Von April bis Juli 2009 für die fünf Nanofiltrationsstufen der Station Eupen (Vesdre) und ab September 2009 für die drei Nanofiltrationsstufen der Aufbereitungsstation Stembert.
Die Wallonische Wassergesellschaft hat einen begleitenden Plan für die Inbetriebnahme erstellt. Dieser umfasst strenge Maßnahmen, um bei Problemen mit der Wasserqualität schnell reagieren zu können, alternative Versorgungsmöglichkeiten, eine proaktive und reaktive Kommunikation mit Kommunen und Kunden sowie eine Verstärkung der technischen Mannschaften und des Kundendienstes in Zusammenarbeit mit den Regional- und Provinzkrisenstäben.
Die Wallonische Wassergesellschaft bemüht sich, Ihnen eine Wasserqualität zu gewährleisten, welche die strengsten Qualitätsnormen erfüllt.
Weitere Informationen:
Wallonische Wassergesellschaft (WWG)
087/87 87 88.