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Umstellung der Hausmüllsammlung ab 2027 – FAQ (Stand Juli 2026)

27.07.2026
  • Förderung der Müllvermeidung und Mülltrennung: In der Gemeinde Raeren wird vergleichsweise viel Restmüll pro Kopf und Jahr produziert. Das gilt sowohl für den Vergleich mit dem Durchschnitt der INTRADEL-Zone (= beinahe gleichbedeutend mit der Provinz Lüttich) als auch insbesondere für den Vergleich mit ähnlich geprägten ländlichen Gemeinden. Trotz zahlreicher Sensibilisierungsaktionen der Gemeinde und der Interkommunalen INTRADEL im Laufe der letzten Jahre konnten die Restmüllmengen nicht verringert werden, tendenziell steigen sie sogar eher. Die Einführung des Tonnensystems von INTRADEL sorgt nachweislich dafür, dass die Müllmengen generell sinken, und der vorhandene Müll besser getrennt wird. Mehr als 60 von 72 Gemeinden in der INTRADEL-Zone wenden das System bereits erfolgreich an. Dabei sinken insbesondere die Restmüllmengen spürbar. Die Mengen an organischen Abfällen, die durch korrekte Mülltrennung wiederverwertet werden können, steigen ihrerseits deutlich.

    Anwendung des Verursacherprinzips: Im aktuellen System mit Müllsäcken ist es so, dass diejenigen, die besonders viel Müll produzieren, verhältnismäßig wenig für die Müllentsorgung bezahlen. Sie müssen lediglich mehr Müllsäcke zu einem sehr geringen Preis kaufen. Im System mit Tonnen werden die produzierten Mengen an Müll gewogen. Jeder Haushalt bezahlt neben der Grundgebühr für die Müllentsorgung entsprechend seiner Müllproduktion. Wer wenig Müll produziert und seinen Müll gut trennt, bezahlt neben der Grundgebühr wenig oder sogar gar nichts zusätzlich. Diejenigen, die besonders viel Müll produzieren, bezahlen deutlich mehr als die Grundgebühr. Den Preis der Müllsäcke im aktuellen System anzuheben, wäre zwar eine Möglichkeit gewesen, jedoch würden damit weiterhin die anfallenden Kosten auf alle Bürgerinnen und Bürger verteilt, egal ob sie Müll vermeiden, besser sortieren oder nicht.

    Bessere Kostendeckung: In den letzten 5 Jahren musste die Gemeinde jeweils für die Müllentsorgung nachzahlen (zusammengerechnet mehr als 164.000 €, also durchschnittlich 32.000 € pro Jahr). Diejenigen, die während dieser Zeit viel Müll produziert haben, haben zwar auch etwas mehr Mülltüten verbraucht, der Verkauf der Mülltüten konnte aber nicht die entstandenen Mehrkosten für die Müllentsorgung dieser Mengen decken. Im neuen System ist durch das Wiegen des Restmülls und der organischen Abfälle nachzuvollziehen, wer besonders viel Müll produziert, und erhält auch dementsprechend eine Rechnung dafür. So bleibt die Gemeinde nicht auf den Mehrkosten sitzen und muss dafür zum Beispiel nicht die Gemeindesteuern erhöhen. Die Gemeinden sind gegenüber der Wallonischen Region verpflichtet, die Müllentsorgung inkl. Abholung kostendeckend zu organisieren.

  • Im September erhält die Gemeinde die Kostenaufstellung von INTRADEL für die Müllabholung und -entsorgung für 2027. Daher wird die Müllgebührenverordnung vom Gemeinderat im Oktober verabschiedet. Diese sieht eine Grundgebühr pro Person bzw. Haushalt für die Müllentsorgung vor, sowie Tarife für zusätzlich erzeugte Restmüllmengen, Mengen organischer Abfälle und zusätzlich benötigte Tonnenleerungen pro Haushalt.

    Im Grundpaket enthalten sind:

    • Bereitstellung und ggfs. Tausch der Tonnen (jeweils 1 Tonne für Restmüll & organische Abfälle)
    • Abholung und Verarbeitung von 50 kg Restmüll pro Person
    • Abholung und Verarbeitung von 25 kg organischen Abfällen pro Person
    • 30 Leerungen pro Haushalt (für Restmüll & organische Abfälle zusammengerechnet)
    • Unbegrenzt PMK- und Papierabholungen und -mengen
    • Zugang zum Recypark (im Rahmen der erlaubten Abgabemengen und Zugangsbestimmungen)

    Jeweils im Frühjahr erhält jeder Haushalt seine Müllgebührenrechnung. Aller Voraussicht nach erhält jeder Haushalt, sofern er zusätzliche Müllmengen produziert und/oder mehr als 30 Leerungen in Anspruch genommen hat, ab 2028 zeitgleich eine entsprechende Zusatzrechnung, für die im vergangenen Jahr produzierten Mehrmengen. Im Januar 2027 beginnt man lediglich mit der Grundgebühr, die in Rechnung gestellt wird.

  • Ja, und zwar über einen Online-Zugang zum Webportal von INTRADEL, welches auf Deutsch verfügbar sein wird. Informationen zum Zugang mit Login und Passwort werden jedem Haushalt in einem persönlichen Schreiben im Oktober zugeschickt. Für Personen, die Schwierigkeiten bzw. keine Berührungspunkte mit dem Internet haben, gibt es die Möglichkeit beim Call Center von INTRADEL telefonisch bei einem deutschsprachigen oder französischsprachigen Mitarbeiter seinen Produktionsstand nachzufragen.

  • Ausnahmeregelungen mit Müllsäcken sind von INTRADEL nur in sehr speziellen Fällen vorgesehen. Entsprechend aktueller Rückmeldung von INTRADEL gibt es in der Gemeinde keine Standorte, die nicht mit dem LKW des Abholdienstes (mindestens bis zu einer praktikablen Distanz) angefahren werden können. Als Referenzplätze gelten die bis dato von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptierten Standorte, an denen der Hausmüll bzw. die PMK-Säcke und Papiertonnen abgestellt werden.

    Vermieter bzw. Hausverwalter von Appartementgebäuden können sich bei Fragen und Anmerkungen an umwelt@raeren.be wenden.

  • Die Gemeinde möchte für Haushalte, die aufgrund ihrer Lebenssituation zwangsläufig größere Mengen Restmüll produzieren, eine Entlastung vorsehen. Dies betrifft insbesondere Familien mit Kleinkindern sowie Menschen mit Inkontinenz. Die konkrete Ausgestaltung der Regelung wird in den zuständigen Fachausschüssen beraten und im Oktober 2026 vom Gemeinderat beschlossen.

  • Ab sofort kann jeder interessierte Bürger Modelle der verschiedenen verfügbaren Mülleimer (in verschiedenen Größen) am Meldeamt der Gemeindeverwaltung begutachten, um besser den zukünftig dafür benötigten Platz einplanen bzw. einrichten zu können.

    Maße der verschiedenen Mülltonnen:

    • 40 L: 50×40 cm, Höhe 60 cm
    • 140 L: 55×50 cm, Höhe 110 cm
    • 240 L: 75×60 cm, Höhe 110 cm
  • Im Vergleich zu den Müllsäcken werden die Mülltonnen seltener zur Abholung an den Straßenrand gestellt. Ihr Fassungsvermögen ist größer und sie werden i.d.R. erst rausgestellt, wenn sie auch voll sind. Restmüll und organische Abfälle werden alle 2 Wochen abgeholt, genau wie PMK und Papier/Karton. Jedoch ist die Abholung der jeweiligen Gruppen im Wechsel vorgesehen. D.h. in einer Woche werden Restmüll und organische Abfälle mittwochs in Raeren und donnerstags in Eynatten/Hauset abgeholt. In der darauffolgenden Woche werden PMK und Papier/Karton mittwochs in Raeren und donnerstags in Eynatten/Hauset abgeholt. Somit müssen nie alle Tonnen eines Haushalts gleichzeitig an die Straße gestellt werden.

  • Dieser Leerungsrhythmus wird seit dem 1. Januar 2025 bereits in der Mehrheit der Gemeinden der INTRADEL-Zone, die im Tonnensystem arbeiten, angewendet. Dieser Leerungsrhythmus wurde aus finanziellen und ökologischen Grunden eingeführt. Durch die Anpassung des Rhythmus lässt sich der ökologische Fußabdruck der Müllabfuhr verringern und die Entsorgungskosten – und damit auch die Höhe der Müllgebühr – begrenzen. Nach 1 ½ Jahren in der Anwendung zieht INTRADEL eine durchweg positive Bilanz. Aufgrund des Fassungsvermögens der Mülltonnen ist der Abholintervall von 2 Wochen ausreichend. Im Durchschnitt stellen die Haushalte in der INTRADEL-Zone die Mülltonnen kaum mehr als 1-mal pro Monat an den Straßenrand.

  • Falls erwünscht, kann bei INTRADEL (aktuell zum Preis von 40 € pro Tonne) ein Verschlusssystem bestellt werden. Die verschlossene Tonne öffnet sich automatisch beim Kippvorgang in den LKW. Erfahrungen aus anderen Gemeinden, die das System umgestellt haben, zeigen jedoch, dass es selten zum Missbrauch anderer Tonnen kommt und letztlich weniger als 2 % der Tonnen mit einem Verschlusssystem ausgestattet werden. Um Missbrauch vorzubeugen, ist bspw. empfohlen, die Tonnen am Morgen der Abholung selbst und nur dann an die Straße zu stellen, wenn diese auch gut gefüllt sind, sodass erst gar keine großen Mengen zusätzlich hineinpassen.

  • Jede Tonne ist immer an eine bestimmte Adresse gebunden und dementsprechend mit einem Aufkleber inkl. Barcode und Adresse gekennzeichnet (siehe Papiertonne). Bei einem Umzug werden diese nicht mitgenommen, sondern bleiben vor Ort. Ein Umzug wird INTRADEL mit Hilfe eines Formulars mitgeteilt, das von der Gemeinde abgestempelt wird.

    • Im Oktober erhält jeder Haushalt ein erstes Schreiben von INTRADEL mit Erklärungen zum Tonnensystem. In diesem Schreiben wird jedem Haushalt, entsprechend seiner Zusammensetzung, ein Vorschlag zur Tonnengröße (jeweils für Restmüll und organische Abfälle) übermittelt, Abänderungen jederzeit möglich. Zudem erhält jeder Haushalt Login-Daten für das Online-Portal von INTRADEL, auf dem er seine Müllproduktion einsehen kann. Es wird empfohlen, den individuellen Volumenbedarf (40, 140 oder 240 Liter) in den kommenden Monaten zu überlegen.
    • Im November erhält jeder Haushalt ein zweites Schreiben von INTRADEL mit einem Mülltrennungsleitfaden sowie Bestätigung der gewählten Tonnengröße. Ebenso wird das Lieferdatum der Tonnen mitgeteilt.
    • Im Dezember erfolgt die Auslieferung der Mülltonnen (keine Anwesenheit erforderlich). Die Behälter werden mittels Aufkleber einer bestimmten Adresse zugeordnet.
    • Darüber hinaus werden Ende Oktober / Anfang November Infoabende für die Bevölkerung organisiert. Die Termine hierzu gibt die Gemeinde im September bekannt.
  • Aktuell steht die Gemeinde Raeren im Dialog mit INTRADEL, um eine Lösung für diesen Übergang zu erarbeiten. Die finale Methodik wird in den kommenden Wochen festgelegt und zeitnah kommuniziert.

    Unabhängig davon, wie diese Methodik aussehen wird, empfiehlt die Gemeinde den Bürgerinnen und Bürgern, falls sie noch eine größere Menge an Restmüllsäcken auf Lager haben, sich bereits jetzt mit Nachbarn und Freunden abzusprechen, damit diese sinnvoll genutzt werden können.

  • Da die Entsorgung (bzw. Verwertung) organischer Abfälle deutlich günstiger als die des Restmülls ist, empfiehlt INTRADEL die Nutzung von organischem Katzenstreu.

Gemeinde Raeren
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